|
 |
 |
 |
 |
 |
Nachruf von Karl Kaiser |
 |
|
(27.01.1958 – 17.05.2011)
|
 |
 |
|
 |
 |
Lebenslauf und Würdigung unseres langjährigen aktiven Mitgliedes und Fahrers, welcher in Folge eines Herzinfarktes, beim Moto Cross in Mauren vom 8. Mai 2011, verstorben ist.
|
 |
 |
Am 27. Januar 1958 erblickte ein kleiner Knabe in Bichelsee (TG) das Licht der Welt.
Er wurde von seinen Eltern auf den Namen Karl getauft. Fortan hiess er also
KARL KAISER ! Ein Name der verpflichtet!
Karl ging oberhalb der Gemeinde Bichelsee zur Schule. Diese Schule in der „Steig“ oben nannte man damals „Hochschule“ was heute wohl „Highschool“ bedeuten würde. Den Namen bekam diese Schule aber wohl eher weil sie so hoch in den Hügeln im Hinterthurgau lag und nicht wegen dem Niveau der Schüler! Karl war schon als Kind immer gerne in der Natur draussen und bei den Tieren. Und wenn man seine Mutter nach der Kindheit von Karl fragt so sagt sie lachend: „ Jo en Schlingel isch er halt scho gsi üsen Karl“!!!
Nun, die Hochschule in der „Steig“ wurde bald geschlossen. Es ist allerdings nirgends schriftlich festgehalten, dass es wegen Karl war!
Nach der Oberstufe in Balterswil begann Karl eine Lehre als Automechaniker bei der Firma Büchi in Münchwilen. Kaum hatte er die Lehre begonnen, verstarb sein Vater, in Folge eines Unfalls. So musste Karl die Lehre unterbrechen und zusammen mit seiner Mutter den Bauernhof bewirtschaften. Es war eine schwere, arbeitsreiche Zeit. Und auch nicht einfach einen Pächter zu finden, welcher den Hof mit den vielen Tieren, vor allem Sauen, übernahm.
Später konnte er dann die Lehre in Münchwilen fortsetzen und wurde so zum Automechaniker ausgebildet. Für Karl’s Mutter hiess das allerdings nicht, dass es ruhiger wurde auf dem Hof „Lützelweid“…………….im Gegenteil: von jetzt an war Karl halt „ein grosser Schlingel“!!!
Die Nachbarn hätten wohl einiges zu erzählen von damals. Wie im wilden Westen soll es da zu und her gegangen sein, und mitunter wurde auch mit „scharfer“ Munition herumgeschossen! Die Strasse und vor allem der eigene Wald wurde zur Moto-Cross Piste umfunktioniert.
Karl arbeitete dann als Automech bei der Thurgarage in Frauenfeld auf Citroen und Peugeot. Er selbst fuhr einen BMW 2002 mit riesigem Spoiler vorne und noch grösserem Heckflügel hinten. Wer Karl jemals im „Ausgang“ getroffen hatte, konnte kaum glauben dass dies der gleiche Typ ist, der eben noch in den Latzhosen an den Autos geschraubt hatte! So herausgeputzt, gestylt und vor allem parfümiert war er!
Er trug jeweils einen langen schwarzen Ledermantel, dazu hohe schwarze Schuhe, ein weisses Hemd, eine dicke Goldkette und darunter quollen die Haare auf der Brust: „Eine Mischung aus Al Capone und Harry Hasler!!!“
Aber die Masche funktionierte: Zusammen mit seinem Charme und seinen tollen Sprüchen war er bei den Frauen „der Hahn im Korb“!
Schon vorher, nämlich mit 17, traf er seine spätere Frau, Ida Wenk, zum ersten Mal. Aber da war anscheinend noch nichts, denn sie hat wohl gemerkt, dass Karl noch nicht reif für eine feste Beziehung war. So gingen denn die Jahre vorbei mit arbeiten an den Autos und auch zu Hause auf dem Hof. Ida verlor er aber nie aus den Augen und irgendwann war der Seeräuber Karl reif um in den Heimathafen einzulaufen…….!
Die beiden wohnten dann zuerst in Wil in einer Wohnung. Später wurde dann die Scheune in der “Lützelweid“ umgebaut und sie wurden dort sesshaft.
Im Jahr 2000 heiratete Karl seine Ida dann endlich!
Die Moto-Cross Piste im eigenen Wald durfte dann einige Jahre offiziell als Trainingspiste für Moto-Crössler benutzt werden. Karl begann zu dieser Zeit Moto-Cross Maschinen der Marke Husqvarna zu restaurieren und neu aufzubauen.
Wer jemals das Glück hatte, seine tolle, total aufgeräumte Werkstatt, zu besichtigen, der weiss von was hier die Rede ist. Da weiss jede Schraube, jede Feder, jede Glühlampe in welche Schachtel oder Schublade sie gehört, und jede Spraydose wartet stramm am richtigen Platz stehend bis sie wieder einmal benützt wird.
Karl begann dann im Seniorenalter Moto-Cross-Rennen zu fahren. Im OMC Schweiz (Oldtimer-Moto-Cross-Club Schweiz) fuhr er mit einer 250er Husqvarna.
Die ersten Eintragungen in den Ranglisten lauten auf das Jahr 2004 wo er den dritten Rang bei den 250ern belegte.
Die Maschinen von Karl waren immer in technisch und optisch einwandfreiem Zustand und nur selten gab es etwas zum „Schrauben“.
Die erfolgreichsten Jahre waren 2008 und 2009 wo er in der Klasse 250 den Titel eines Meisters holte!
Nach einer Pause im 2010, in Folge einer Schulterverletzung, wollte er 2011 nochmals um den Titel mitfahren. Heimlich hatte er, und seine Frau Ida, ein neues Wohnmobil gekauft mit dem er seine Platznachbarn im Fahrerlager (Rolf Siegenthaler, Bruno Müller und Jack Frei) bei den Rennen im Sommer überraschen wollte.
Das Leben lief anders: Am Sonntag den 8. Mai 2011 erlitt Karl während des ersten Lauf, beim Moto-Cross in Mauren, in der ersten Runde einen Herzinfarkt und stürzte bewusstlos vom Töff.
Insgesamt drei Rettungsteams kämpften danach um sein Leben und schafften es schliesslich auch, das sein Herz wieder schlug. Als der Helikopter der Rega ihn nach St.Gallen flog waren noch alle Anwesenden guter Hoffnung. Doch die Hirnschäden in Folge des langen Sauerstoffmangels waren zu gross und Karl erwachte nie mehr. Am Dienstag dem 17. Mai 2011 verstarb Karl Kaiser auf der Intensiv-Station in St.Gallen.
Wir gedenken an einen guten Freund und lieben Kameraden der im Alter von 53 Jahren viel zu früh von uns gegangen ist.
|
 |
 |
|
 |