Das EM-Finale 2008 fand am 5. Juli in Holland statt. Der Sand in Rhenen war nicht unbedingt das Lieblingsterrain der Schweizer, aber immerhin waren die Wetterbedingungen gut und lediglich an der Siegerehrung fielen einige Regentropfen.
In den Läufen der Kategorie 66+ waren wie in Asti die Positionen schon kurz nach dem Start bezogen und lediglich ein Ausfall hätte die Reihenfolge an der Spitze noch verändern können. Hubert Brügger verteidigte seinen 3. Platz von Italien und konnte nach einem vierten und einem dritten Rang in den beiden Läufen in der Gesamt- wie auch in der Tageswertung den Bronzeplatz auf dem Podest belegen. Europameister in dieser Kategorie wurde Roland Gummeson (Se) vor Ostra Ost (Be).
Ueli Gerster konnte in Rhenen leider gar nicht an den Start gehen; sein geliebter Saurer hatte ihn schon kurz vor der holländischen Grenze im Stich gelassen.
Aeusserst knapp am Podest vorbei schrammte in der Kategorie 60+ Werner Mohr. Einmal mehr stoppte ein Defekt abrupt seine Aufholjagd im ersten Lauf, bei welcher er sich schon in die Topten vorgekämpft hatte. Mit dem vierten Rang im zweiten Lauf fehlte ihm in der Endabrechung ein winziges Pünktchen zu einem Podestplatz und es blieb der undankbare vierte Rang, 2 Punkte vor Piet van Dijk.
Spannend war die Ausgangslage in der Kategorie 50+. Neben Beni Winiger auf dem dritten Rang in Asti, lag auch Wädi Senn mit nur 8 Punkten Rückstand noch in Lauerposition. Ebenfalls am Start waren Jack Frei und Urs Häusermann. Beide bewegten sich im Mittelfeld und belegten im Tagesklassement Platz 26 (Jack) und Platz 28 (Urs). Im EM-Schlussklassement verbesserte sich Jack auf den 22. Rang.
Wädi vermochte sich mit seinen zwei fünften Rängen in der EM noch auf Platz 6 zu fahren. Schlussendlich war er mit dem Erreichten zufrieden, hatte doch die ausserordentlich strenge Piste verbunden mit der Hitze seine Muskulatur arg geschunden und brauchte einige Tage Erholung. Beni beendete den ersten Lauf nach gewohnt kämpferischer Fahrt auf dem ausgezeichneten dritten Rang. Nach einem fast perfekten Start im 2. Lauf überbordete wohl der Kampfgeist – er ging dann etwas über das Limit und in der dritten Runde, wieder an Platz 3 liegend, verschlug es ihm in einem Loch nach einem Sprung das Vorderrad und per Highsider stieg er etwas unsanft in einer Staubwolke verschwindend vom Motorrad. Elsbeth Mohr leistete ihm erste Hilfe in Sachen Orientierung, denn an Sturzursache und Zeit konnte sich Beni nicht mehr erinnern. Ironie des Schicksals: auch ohne diesen Lauf wäre er schon auf Platz 3 in der EM gewesen. Ueberglücklich konnte er den nicht mehr erwarteten Pokal hinter Göran Josefsson (Se) und Miroslav Hanácek (Cz) in Empfang nehmen.
Tür und Tor offen wären für Dany Nüssli und Joe Büsser auf dem Weg aufs Podest gewesen. Da den beiden führenden Italienern die Punkte von Asti infolge zu grossem Federweg am Hinterrad aberkannt wurden, lag Dany mit nur 2 Punkten auf den Führenden auf Platz 2 und auch Joe hatte einen vierten Rang in einem Lauf in Italien vorzuweisen. Nach einem Sturz im ersten Lauf versagten bei Dany dann anscheinend ein bisschen die Nerven und er konnte die Chance nicht nutzen. In der Endabrechnung reichte es noch für den doch eher etwas enttäuschenden 5. Platz. Gleich hinter ihm klassierte sich Joe mit einem Punkt Rückstand. Auch er musste feststellen,dass fast aus dem Nichts neue, starke Fahrer auftauchen, welche einem die wertvollen Punkte streitig machen. Gut im Mittelfeld hielt sich Roli Büchi. Sein 17. Gesamtrang ist ein bemerkenswertes Resultat in seiner ersten EM-Saison. Etwas besser als in Asti lief es Reto Vittori. Mit dem 15. und 16. Rang in den Läufen liegt er aber doch immer noch hinter seinen Möglichkeiten. Mit den zwei Nullern von Asti blieb ihm in der EM nur der 22. Rang.
Nach dieser konfusen EM-Saison 2008 - Absage der Rennen in Pössneck infolge Todesfalls eines Fahrers und die nachträgliche Disqualifikation von zwei Fahrern infolge zu grossem Federweg – bleibt zu hoffen, dass der Sport wieder in den Vordergrund rückt. Jeder Fahrer ist angehalten sein Motorrad so original wie möglich, den Regeln entsprechend vorzubereiten, damit nicht nach jedem Rennen endlose Diskussionen und Emails nötig sind.

Herzliche Gratulation an Hubert und Beni für ihre Podestplätze!

Die Bilder von Rhenen stammen aus den Kameras von Jack Frei und Elsbeth Kunz